Honig-Experte, Heilpraktiker und Autor

Manurka Honig, Mix
Heilpraktiker und Buchautor Herr Mix

Detlef Mix hat zwei Bücher über therapeutische Anwendungsmöglichkeiten von Honig herausgegeben. Tausende Exemplare der beiden Publikationen des Heilpraktikers wurden bereits verkauft, weitere Übersetzungen sind in der Planung. Ein Interview von Ruth Auschra.

Herr Mix, Sie waren in diesem Jahr sicher nicht zum ersten Mal beim Apitherapiekongress in Passau, oder?

Mix: Nein, ich komme seit 2006 immer wieder hierher. Damals bin ich im Zuge der Recherchen für mein erstes Buch „Heilkraft des Honigs“ auf den Deutschen Apitherapie Bund gestoßen.

 

Was zieht Sie denn immer wieder zu dem Kongress?

Mix (lacht): Ach, man trifft sich hier halt. Ich fahre nach Passau, um die Leute zu treffen, die ich nur einmal im Jahr sehe, nämlich hier. Die Vorträge sind Jahr für Jahr in gewisser Weise ähnlich, die Qualität der vorgestellten Arbeiten bewegt sich auf sehr unterschiedlichem Niveau.

 

Was für eine Art von Vortrag würden Sie sich wünschen?

Mix: Lassen Sie mich nachdenken… Ich habe zum Beispiel den Arzt Dr. Roland Zerm kennengelernt, als im November für die Gesundheitslounge – das ist eine Talkshow, ein Expertentalk rund um die Komplementärmedizin – ein kleiner Film über Honig gedreht wurde. Da durfte ich meine Bücher vorstellen und Zerm berichtete über seine medizinischen Erfahrungen als Arzt an der Klinik Havelhöhe. Das ist eine anthroposophische Klinik, wo er sich sehr viel mit Honig bei diabetischem Fußsyndrom beschäftigt. Ich hatte in diesem Jahr sogar versucht, ihn als Referenten nach Passau einzuladen, aber das war leider zu kurzfristig. Ansonsten schätze ich die Vorträge von Prof. Bengsch über Stammzelltherapie und Gelee royal sehr. Er ist ja wirklich eine Art wandelndes Lexikon oder eine wandelnde CD auf diesem Gebiet. Wobei ich sagen muss, dass Gelee royal zwar ein faszinierendes Thema ist, aber ich scheue mich trotzdem, es zu propagieren.

 

Warum?

Mix: Gelee royal steht leider nur in sehr geringem Umfang zur Verfügung. Andererseits gibt es Massenangebote aus China, bei denen immer mal wieder der Verdacht geäußert wird, dass es unter dubiosen Bedingungen hergestellt wird. Ich finde, man kann mit Honig und Pollen von hochwertiger Qualität annähernd das abdecken, was auch mit Gelee royal möglich ist.

 

Welche Indikationen für Apitherapie sehen Sie in Ihrer Praxis am häufigsten?

Mix: Ich bin zwar Heilpraktiker, aber ich praktiziere nicht. Allerdings arbeite ich oft mit Manuka-Honig, weil ich ja sozusagen an der Quelle sitze. Bei Verletzungen jeder Art habe ich zuerst jahrzehntelang normalen Blütenhonig benutzt, der sehr gut geholfen hat. Über 30 Jahre…

 

Inwiefern sitzen Sie an der Quelle?

Mix: Ich habe Verbindungen zum Neuseelandhaus. Das ist der Hauptimporteur für Manuka-Honig in Deutschland, das Neuseelandhaus hat mich u.a. auch bei meinem zweiten Buch unterstützt.

Sie haben drei Bücher herausgegeben, oder?

Mix: Nein, es sind zwei Bücher, aber das erste ist gleich in mehreren deutschen und polnischen Lizenzausgaben herausgebracht worden. Bisher wurden über 100.000 Exemplare dieses ersten Buchs gedruckt. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Durch die Lizenzausgaben erscheint es mit unterschiedlichen deutschen Titeln. Das zweite Buch mit dem Titel ‚Manuka-Honig: Ein Naturprodukt mit außergewöhnlicher Heilkraft“ habe ich 2014 publiziert. Bisher beträgt die Auflage ungefähr 20.000 und es gibt Überlegungen, es ins Italienische, Polnische und Englische zu übersetzen.

 

Das sind ja erfreuliche Erfolge. Das heißt, die Apitherapie wird allmählich bekannter?

Mix: Immer mehr Leute wissen jedenfalls, dass man mit Honig und Propolis therapeutisch arbeiten kann. Ich werde auch ständig angefragt von Leuten, die Behandlungsprobleme haben. In dem Forum auf der Seite www.manuka-honig.org ist viel los, auch wenn ich leider oft der einzige bin, der Fragen beantwortet. Gestern hat ein User elf Stunden lang Erfahrungsberichte gelesen!

 

Um welche Krankheiten drehen sich die Fragen in dem Forum?

Mix: Das ist bunt gemischt. Häufig wird danach gefragt, ob Manuka-Honig gegen bestimmte Hauterkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder Infekten helfen kann. Ich versuche dann immer eine Balance zwischen Mut machen und Euphorie dämpfen. Man kann eben nicht vorhersehen, wie eine Behandlung wirken wird. Oft geht es auch um die Form der Einnahme. Also um die Frage, wie man Honig bei chronischem Husten wie COPD einnehmen kann.

 

Und was empfehlen Sie da?

Mix: Es gibt verschiedene Methoden. Ein Sirup oder einfach ein Löffel Honig, man kann Honig aber auch inhalieren.

 

Äh, wie denn?

Mix: Die gute alte Wasserdampfinhalation ist möglich, allerdings wird der Honig dabei eigentlich zu heiß. Ich finde einen Ultraschallvernebler besser geeignet. Von den Kosten her gibt es auch erschwingliche Geräte. Überhaupt, wenn ich schon mal beim Preis bin, da gibt es oft Missverständnisse zwischen den Apitherapeuten. Oder einen Zwiespalt. Imker verstehen oft nicht, warum ich irgendeinen sauteuren Honig aus Neuseeland empfehle. Das trifft die Sachlage aber auch gar nicht. Ich empfehle Manuka-Honig für bestimmte Einsatzgebiete, weil er einen hohen Gehalt an Methylglyoxal hat, MGO. Normaler Honig enthält Wasserstoffperoxid und wirkt deshalb leicht antiseptisch. Manuka-Honig enthält dagegen unterschiedliche hohe Konzentrationen von MGO, das ist ein antibakteriell wirksames Zuckerabbauprodukt. Den Imkern sage ich immer, sie können froh über den Manuka-Honig sein, weil sie von dem Hype profitieren. Die medizinischen Eigenschaften von Honig sind dadurch bekannter geworden. Jedenfalls gibt es keinen Grund für Konkurrenzdenken. Ich habe im Rahmen der Recherchen für meine Bücher so viele Fallbeispiele kennengelernt, nicht nur aus Deutschland, die wirklich Mut machen. Honig sollte das Mittel der ersten Wahl werden, wenn es um die Wundversorgung geht.

 

Da haben Sie sich etwas vorgenommen, viel Erfolg!

 

Foto: Detlef Mix (Quelle: privat)

 

 

2 Kommentare

  1. Das stimmt, wobei ich sein Buch noch „Manuka-Honig – Ein Naturprodukt mit außergewöhnlicher Heilkraft“ noch etwas besser finde. Hier sind noch viele Details drin, die auf der Webseite nicht zu lesen sind.

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