Honigbienen als Minensucher

Bienen als Mienensucher
Bild: Bigstock Robert Hoetink

In Kroatien – wie auch in weiteren ehemaligen jugoslawischen Staaten – gibt es als Kriegsfolge noch immer mit Landminen bestückte weitläufige Gebiete. Zu Tausenden stecken die Minen noch in der Erde und konnten nicht geborgen werden. Durch das Jahrhundert-Hochwasser 2013 wurden viele der Mimen wieder frei gespült.

Da Minenspürhunde durch ihr Eigengewicht als Sprengstoffschnüffler bei der Suche ungeeignet sind, wurden vom kroatischen Wissenschaftler Nikola Kezic von der Zagreber Universität in Zusammenarbeit mit dem französischen Bienenexperten Yves Le Conte vom Agrarforschungsinstitut Inra in Avignon Versuchsreihen nach der Pawlowschen Konditionierung bei Bienen durchgeführt. Der Professor für Landwirtschaft und Experte für Bienenzucht kam auf die Idee, Bienen darauf zu trainieren, den Sprengstoff in den Minen zu erschnüffeln.

Das funktioniert so: Ein Großteil der Minen ist mit dem Sprengstoff TNT ausgestattet. Dieser Sprengstoff wird nun mit einer Hülle umgeben, die für die Bienen als Nahrung attraktiv ist. Der umhüllte Sprengstoff wird nun in einem Zelt versteckt, in dem dann Bienen freigelassen werden. Da Bienen sehr sensibel auf Gerüche reagieren, sollen sie auf diese Weise lernen, den Geruch von TNT als Nahrung zu identifizieren. Laut Kezic dauere das Konditionieren der Bienen auf chemische Substanzen drei bis vier Tage.

Auch wenn die ersten Versuche positive Ergebnisse zeigen, so ist die Zeit für die praxisnahe Erprobung noch lange nicht gekommen. Ob die Methode auch wirklich funktioniert, darüber liegen noch keine Erkenntnisse vor

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