Ohrenentzündung beim Hund: Honig hilft!

Hunde und Ohrenentzündungen. In einer Studie konnte Honig überzeugen. Bild Bigstock, Foto: vverve - Auch Hunde leiden an Ohrenentzündungen. Honig könnte helfen.

Wenn ein Hund seinen Kopf anders hält als sonst, er ihn dauernd schüttelt oder sich am Kopf kratzt, dann wissen Hundebesitzer meistens schon, dass der Vierbeiner sich wieder mal eine Entzündung des äußeren Gehörgangs geholt hat. Der Fachausdruck dafür lautet Otitis externa, oft wird auch von Ohrenzwang gesprochen.

Eine Otitis externa verursacht starken Juckreiz und Schmerzen am Ohr. Die Schmerzempfindlichkeit kann so ausgeprägt sein, dass die Tiere bei Berührungen auch aggressiv werden können. Bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass Ohrmuschel und Gehörgang gerötet oder auch angeschwollen sind. Typisch sind auch schlecht riechende Beläge oder Ohrenschmalz auf den Innenseiten der Ohren.

Warum bekommen Hunde eine Ohrenentzündung?

Es gibt viele verschiedene Ursachen für eine Entzündung des äußeren Gehörganges. Ein Grund ist sicher die Form des Gehörgangs, der bei Hunden typischerweise abgewinkelt ist. Hunde mit Hängeohren oder einem starken Haarwachstum in den Gehörgängen sind besonders oft betroffen. In solchen schlecht belüfteten Gehörgängen sammelt sich zum Beispiel Feuchtigkeit, wenn die Tiere gerne baden. Andere Hunde haben von Natur aus eine starke Ohrschmalzproduktion, was die Belüftung verschlechtert.

Entzündungen können entstehen, wenn zum Beispiel eine Belastung mit Parasiten wie Milben hinzu kommt. Auch Allergien (zum Beispiel gegen Futtermittel) und kleine Verletzungen (zum Beispiel durch Kletten, Gräser oder Reinigungsversuche) können einen Entzündungsprozess im Gehörgang auslösen.

Was tun bei Otitis media?

Beim Tierarzt wird das Ohr gereinigt und untersucht. Manchmal wird eine Kultur angelegt, damit die verursachenden Keime bestimmt werden können. Nach dem Ergebnis richtet sich dann auch die Wahl des Antibiotikums.

Allerdings haben inzwischen viele Hunde Antibiotika-Resistenzen gegenüber Keimen, die das Ohr befallen. Deshalb ist gut nachvollziehbar, dass Tierärzte nach neuen Methoden suchen, um Hunde mit Ohrenzwang zu behandeln.

Honig gegen die Ohrenentzündung

In einer kleinen Studie ([i]) mit 15 Hunden wurde getestet, ob medizinischer Honig eine sinnvolle Therapiemaßnahme bei einer Entzündung des äußeren Gehörgangs ist. Den Tieren wurde täglich 1ml Honig ins Ohr geträufelt. Diese Behandlung wurde gestoppt, wenn das Tier geheilt war. Die Behandlungshöchstdauer wurde auf 21 Tage begrenzt. Wöchentlich wurde bewertet, wie es den Hunden ging. Dazu wurden nicht nur die Besitzer befragt, sondern auch Kulturen von Tupferproben angelegt. Im Labor wurde getestet, ob der Honig eine biozide Wirkung auf die Kulturen hatte.

Wirkung gegen resistente Keime

Das Ergebnis ist erstaunlich gut: Der Honig sorgte für schnelle Heilungsfortschritte. 70 Prozent der Hunde waren nach 7-14 Tagen gesund, über 90 Prozent nach 21 Tagen.

Der Honig zeigte sich im Labor als wirksam gegen alle Bakterien, die in den Kulturen gefunden wurden. Das ist deshalb hoch interessant, weil auch antibiotikaresistente Keime gefunden wurden, MRSP nämlich. Diese Abkürzung steht für „Methicillin-resistenter Staphylococcus pseudintermedius“ und bezeichnet ein Bakterium, das gegen viele für die Veterinärmedizin zugelassene Antibiotikaklassen resistent ist. Es könnte also sein, dass Honig in Zukunft eine ganz besondere Rolle in der Tierheilkunde spielen wird. Auch in der Humanmedizin drängt sich bekanntlich die Frage auf, ob Antibiotika noch lange wirksam sein werden. In einem Interview formulierte Heilpraktikerin Rosemarie Bort „In Zukunft wird vielleicht MRSA ein großes Thema für uns Apitherapeuten sein. Ein Arzt, der auf der Intensivstation arbeitet, meinte kürzlich, die Mediziner stünden

[i] Maruhashi E, Braz BS, Nunes T, Pomba C et al.: Efficacy of medical grade honey in the management of canine otitis externa – a pilot study. Vet Dermatol 2016 Apr; 27(2): 93-e27. doi: 10.1111/vde.12291. Epub 2016 Mar 1.

 

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