Reinigungsflug – Die Bienen werden von der Sonne nach draußen gelockt!

Bienen, Winter, Reinigungsflug, Kotblase Bild Bigstock, Foto: zlikovec - Bienen erleichtern sich beim Reinigungsflug

Der Winter ist noch nicht vorbei, aber die Tage werden schon wieder deutlich länger, die Sonne gewinnt ein wenig an Kraft. Sobald die Tagestemperaturen um die Mittagszeit an sonnigen und geschützten Stellen etwa 10 °C erreichen, kann man beobachten, wie die Honigbienen einen sogenannten Reinigungsflug unternehmen. Wenn es kälter ist, sind die Bienen überhaupt nicht in der Lage zu fliegen bzw. in den Stock zurückzukehren. Bei schwankenden Temperaturen ist der erste Ausflug mit erheblichen Risiken verbunden. Plötzlich einsetzender Regen oder starker Wind birgt die Gefahr der Unterkühlung und kann den Tod für die Bienen bedeuten.

Reinigungsflug – damit sich die Biene nach dem Winter endlich erleichtern kann

Trotzdem ist der Reinigungsflug dringend notwendig, bevor die Arbeiten am Bienenvolk erneut beginnen, denn die Bienen haben während der kalten Jahreszeit das Bienenvolk nicht verlassen. Bienen sind sehr reinlich, und ein gesundes Bienenvolk hält den Stock peinlich sauber. Während der monatelangen Winterzeit sammeln sie ihre Exkremente in der Kotblase an. Ihre Behausung nutzen sie nicht als Toilette, um die Gefahr von Krankheitserregern zu minimieren. Deshalb ist der Reinigungsflug für die Bienen die einzige Möglichkeit, sich zu erleichtern. Sollte der Winter besonders lange dauern, wird es gefährlich. Auch wenn Honigtauhonig (Waldhonig) als Futtervorrat im Stock verblieben ist, kann das negative Auswirkungen haben. Der Waldhonig ist viel ballaststoffreicher und die Kotblase schneller an ihrer Belastungsgrenze. Sollte es den Bienen wetterbedingt nicht möglich sein, den Stock zu verlassen, kann es passieren, dass sie in ihrer großen Not die Kotblase im Stock entleeren müssen, weil diese zu stark geschwollen ist. Eine Durchfallerkrankung, die Ruhr, kann sich bei der erwachsenen Biene einstellen.

Auch sollte der Imker auf eine ungestörte Winterruhe achten und rechtzeitig im Herbst Mäusegitter und Vogel-Schutznetze gegen Vogelattacken anbringen. Für den Specht zum Beispiel sind Bienen eine willkommene Abwechslung im Winter. Die Spechte hacken gleich ganze Löcher ins Holz und bedienen sich. Durch die eindringende Kälte überlebt das Volk den Winter nicht mehr. Aber auch Meisen mögen Insekten. Sie klopfen manchmal an den Kasten, was Unruhe in das Bienenvolk bringt. Es reicht schon aus, wenn die Bienen im normalen Ablauf gestört werden und aus der Wintertraube gehen, denn dann benötigen sie mehr Futter und haben damit einen höheren Stoffwechselumsatz.

Manchmal sieht man die bräunlichen, dunkel- oder ockergelben Spuren im Schnee nahe dem Bienenhaus oder der frei aufgestellten Bienenbeuten. Gelegentlich muss auch ein in der Nähe parkendes Auto als erster Landeplatz herhalten. Besonders beliebt sind aber weiße oder helle Wäschestücke, die an einer Leine in der Sonne zum Trocknen aufgehängt wurden und die dann plötzlich gesprenkelt sind. Darüber freuen sich die Betroffenen meist nicht besonders und das Ärgernis kann durchaus mal zu einem Nachbarschaftsstreit führen. Da es sich normalerweise um eine unwesentliche Beeinträchtigung handelt, muss diese Situation laut dem Nachbarrecht geduldet werden.

 

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