Zahnbehandlung in der Steinzeit

Zahnbehandlung in der Steinzeit
Zahnbehandlung in der Steinzeit

Steinzeitmensch mit einer Zahnfüllung aus Bienenwachs

Zahnärztliche Hilfsdienste für tausenden von Jahren – das ist schwer vorstellbar, aber offenbar Realität! Forscher in Slowenien haben einen Kieferknochen aus der Jungsteinzeit gefunden, in dem ein Zahn mit Bienenwachsfüllung steckte.

Die Forscher beschreiben ihre Entdeckung als das vielleicht älteste Beweisstück für vorgeschichtliche Zahnmedizin in Europa und das früheste bekannte Beispiel für eine therapeutisch-schmerzlindernde Zahnfüllung. Vorgestellt wurde der Fund im Fachjournal „Plos One“. Die Zahnfüllungen sollten vermutlich Schmerzen lindern. Es ist nicht sicher, ob das Bienenwachs kurz vor oder kurz nach dem Tod des Menschen in den Zahn eingearbeitet wurde.

Für die Wissenschaftler ist es gar nicht wirklich überraschend, dass Steinzeitmenschen Zahnfüllungen aus Bienenwachs bekamen. Schon in früheren Studien waren Forscher darauf gestoßen, dass 9000 Jahre alte Backenzähne Bohrlöcher enthielten. Diese Funde, die in dem Wissenschaftsmagazin „Nature“ veröffentlicht worden waren, stammten aus dem Gebiet des heutigen Pakistan. Damals hatte ein internationales Team um Roberto Macchiarelli in Belutschistan die Spuren von Zahnbehandlungen an Backenzähnen entdeckt.

Quellen: Bernardini F et al.: Beeswax as Dental Filling on a Neolithic Human Tooth.

PLoS ONE 7(9): e44904. doi:10.1371/journal.pone.0044904

Nature 2006; 440: 755.

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