Mit dem eigenen Wachskreislauf auf der sicheren Seite

Wachskreislauf für gesunde Bienen und guten Honig
Bild Bigstock, Foto: kostik2photo - Biene und Honig profitieren vom eigenen Wachskreislauf

Die Bienen stellen in ihren Wachsdrüsen winzig kleine Wachsplättchen her, mit welchen sie die Waben mit ihrem sechseckigen Muster bauen. Um den Honigbienen eine Hilfestellung bei dieser kraftzehrenden Arbeit zu geben, hängt der Imker sogenannte Mittelwände aus Wachs ein, die bereits dieses Muster aufweisen. Das sind filigrane Wachsplatten, die in einem Holzrahmen durch Hitze an sehr dünnen Drähten befestigt werden. Man nennt diesen Vorgang „einlöten“. Gerade im Frühling und Frühsommer werden viele dieser Mittelwände benötigt, da dies die aktivste Zeit der Bienen ist. In die Waben werden Honig und Pollen als Nahrung eingelagert, aber die Königin legt auch ihre Eier darin ab. Mit weiteren Wachsplättchen werden die Waben dann verdeckelt, um den Inhalt zu schützen.

Verunreinigtes Bienenwachs fällt aus dem Rahmen

Seit einigen Monaten geht ein Schreckgespenst um: Durch Paraffin verunreinigte Bienenwachs-Mittelwände werden von unseriösen Händlern in Umlauf gebracht. Paraffin ist natürlich billiger als Wachs, deshalb wird es mit dem echten Bienenwachs gepantscht, um höhere Profite zu erzielen. Das kann die fatale Folge haben, dass Bienenvölker zusammenbrechen. Im Sommer wird es in einem Bienenvolk schon mal recht heiß. Der Schmelzpunkt von Weichparaffin liegt bei 45 Grad Celsius, bei Hartparaffin zwischen 50 und 60 Grad. Echtes Bienenwachs hingegen hält noch etwas höhere Temperaturen von bis zu 65 Grad aus, bevor es aus der Form gerät. Nun kann es bei hohen Temperaturen passieren, dass aufgrund des Paraffin-Anteils in den Mittelwänden die mit Honig oder Brut besetzten Waben – im wahrsten Sinne des Wortes – aus den Rahmen fallen, zerfließen oder zusammenklumpen.

Der eigene Wachskreislauf lohnt doppelt

Um als Imker sicherzustellen, dass reines Bienenwachs für die Mittelwandherstellung genommen wird, lohnt sich ein eigener Wachskreislauf auf jeden Fall. Das bedeutet, dass nicht mehr verwendete Waben und auch alle Wachsreste ausgeschmolzen werden. Hierfür eignet sich ein Sonnenwachsschmelzer gut. Ebenso können Dampfwachsschmelzer eingesetzt werden. Das Prinzip ist das gleiche: Durch die Hitze der Sonneneinstrahlung unter Glas oder durch den Dampf schmilzt das Wachs und kann in einem bereitstehenden Behälter aufgefangen werden.

Manche Mittelwandhersteller haben in ihrem Angebot, kleine Chargen an Wachs zu reinigen und dann daraus Mittelwände herzustellen, die dann an den entsprechenden Imker zurückgehen. Das hat für den Imker den weiteren Vorteil, auch genau zu wissen, mit welchen Methoden die Varroa-Behandlung durchgeführt wurde, also mit natürlichen oder mit chemischen Mitteln. Rückstände im Wachs können schließlich auch zu unerwünschten Rückständen im Honig führen. Und damit sind wir beim Stichwort Vertrauen: Honigkauf – ob Blütenhonig, Waldhonig oder Sortenhonig – ist Vertrauenssache.

 

 

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