Wie produziert die Biene Bienenwachs?

Bienenwachsproduktion
Bild Bigstock, laurentiu iordache

Es ist schon ein kleines Wunder: Die Bienen produzieren in ihren Wachsdrüsen ihr eigenes Wabenbaumaterial. Das wäre ungefähr so, als hätten die Menschen einen Betonmischer im Bauch oder würden Ziegel oder Beton für den Bau ihrer Häuser im Körper herstellen.

Die Biene vollbringt diese unglaubliche Leistung, jedoch nur kurze Zeit in der ersten Lebenshälfte ist sie dazu körperlich in der Lage. Wenige Tage, bevor sie als Wächterin den Stock gegen Angreifer schützt und später zur Sammelbiene wird, wandelt sie sich zur Wachsproduzentin und Baumeisterin.

Mikroskopisch kleine Wachsplättchen von etwa 0,0008 Gramm werden „ausgeschwitzt“. Dafür benötigt sie immens viel Energie in Form von Kohlehydraten, also Honig oder Zuckerwasser. Ungefähr die Energie von 13 Kilogramm Honig wird benötigt, um ein Kilo Wachs zu produzieren. Zunächst sind die Wachsplättchen farblos. Sie werden jedoch von den Mundwerkzeugen weiter bearbeitet. Es werden Pollen und Drüsensekrete beigemengt. Erst dadurch erhält das Wachs seine typisch honiggelbe Farbe und den herrlichen Duft. Die Bienen verwenden es als Baumaterial für ihre sechseckigen Waben, die eine derart exakte Geometrie aufweisen, dass man ihnen eine mathematische Begabung zusprechen könnte.

Die Waben haben mehrere Funktionen: Entweder legt die Königin die Eier herein und es entsteht neues Leben darin. Oder sie dient der Vorratshaltung für Pollen, der für die Brutpflege benötigt wird oder für Honig. Manchmal sieht man auch einzelne leere Waben zwischendrin. In der heißen Jahreszeit kann diese Leerwabe zur Kühlung genutzt werden.

Um den Bienen ihre Bautätigkeit zu erleichtern, gibt der Imker Mittelwände in Rähmchen in den Bienenkasten, die dann weiter ausgebaut werden. Oft nutzt der Imker die kalte Jahreszeit, um die Rähmchen herzustellen und die Mittelwände einzulöten.

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