Wildbiene des Jahres 2017: die Knautien-Sandbiene

Knautien-Sandbiene - Wildbiene des Jahres 2017
Bild Bigstock, Foto: lujbov - Die Knautien-Sandbiene legt Nester in der Erde an

Der Entomologische Verein Stuttgart 1869 e.v. kürte die Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) zur Wildbiene des Jahres 2017. Diese Wildbienenart gehört zu über 100 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten, die für die Aufzucht des Nachwuchses auf ganz bestimmte Pollenarten ganz bestimmter Pflanzen oder Wildkräuter angewiesen sind. Die Knautien-Sandbiene benötigt den Pollen der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis).

Die Jury des gemeinnützigen Vereins, der sich mit Insektenkunde beschäftigt, fällte diese Entscheidung, um auf die heute problematischen Lebensumstände vieler Insekten aufmerksam zu machen. Zum Kuratorium gehören namhafte Professoren und Diplom-Biologen. Mit der Wahl soll gezeigt werden, wie schwierig es für viele Arten ist, Nahrung zu finden. Die fortschreitende Umwandlung  von Wiesen in Ackerland bzw. in Monokulturen, starke Düngung und häufige Mahd der verbleibenden Wiesen führen dazu, dass vielen Insekten die Nahrungsgrundlage entzogen wird.

Der Pollen dient als Eiweißquelle für die Aufzucht der Brut. Die Knautien-Sandbiene steht stellvertretend für weitere Nahrungsspezialisten, die nicht auf andere Pflanzenarten ausweichen können. Deshalb hat das Verschwinden einzelner Nahrungspflanzen katastrophale Auswirkungen auf die Biodiversität.

Erkennungszeichen: Rote Hosen

Die Knautien-Sandbiene wird ca. 13 bis 16 Millimeter lang. Sie lebt solitär und legt zur Eiablage Nester in der Erde an. Das zweite Segment des Hinterleibs, manchmal auch das erste, weist eine deutliche Rotfärbung auf. Das besondere Kennzeichen jedoch sind die roten Hosen, die von den gesammelten Pollen der Wiesen-Witwenblume stammen. Die Knautien-Sandbiene kommt in weiten Teilen Europas und Nordafrikas vor. Aber in vielen Ländern wie z. B. in Deutschland, Norwegen, Großbritannien, Schweden oder Finnland wurde sie bereits in die Rote Liste der gefährdeten Arten aufgenommen. Intensive Landwirtschaft, Überdüngung und Unkrautbekämpfungsmittel haben auch hier ihre Spuren hinterlassen.

Die Wiesen-Witwenblume

Die Wiesen-Witwenblume wird auch Acker-Witwenblume, Nähkisselchen oder Wiesenskabiose genannt. Es handelt sich um eine sommergrüne und ausdauernde Pflanze mit einer Wuchshöhe von 30 – 80 cm, die auf nährstoffreichen Wiesen, Wegrändern oder auf extensiv bewirtschafteten Flächen zu finden ist. Purpur, Rot oder Lila blüht sie im Hochsommer von Juli bis August und kommt bis zu einer Höhenlage von ca. 1500 Metern vor. Witwenblumen werden auch von Honigbienen angeflogen und liefern Nektar und Pollen, jedoch nicht als ausgiebige Nahrungsquelle.

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