Hämorrhoiden & Co: Honig, Olivenöl und Bienenwachs helfen!

Hämorrhoiden mit Honig, Olivenöl und Bienenwachs natürlich behandeln Bild Bigstock, Foto: visivasnc - Hämorrhoiden sind lästig, Honig und Co. könnten helfen

Wenn es am Hintern blutet, juckt oder brennt, reißen sich leider viel zu viele Menschen zusammen und leiden still. Dabei scheint es gar nicht so schwer zu sein, sich das Leben wieder angenehmer zu machen.

Eine Mischung aus Honig, Olivenöl und Bienenwachs wirkt bei verschiedenen Hautproblemen. Diese Creme wurde von einer Wissenschaftler-Gruppe in mehreren Studien auf ihre Wirksamkeit hin untersucht und für gut befunden: bei Windeldermatitis zum Beispiel, bei Ekzemen, Schuppenflechte oder Hautpilz. Außerdem stellten die nordamerikanischen Ärzte fest, dass die Mischung gegen Bakterien wirksam ist. In der hier vorgestellten Untersuchung ([1]) widmeten sie sich häufigen Enddarmproblemen, Analfissuren und Hämorrhoiden nämlich.

Interessanterweise ist diese Studie schon im Jahr 2006 veröffentlicht worden. In der Fachwelt ist sie offenbar nicht auf allzu viel Interesse gestoßen. Schade eigentlich.

Was hilft bei Analfissuren und Hämorrhoiden?

Wie so oft in der Naturheilkunde handelte es sich um eine kleine Studie mit wenigen Teilnehmern: nur 15 Patientinnen und Patienten machten mit. Fünf von ihnen hatten Analfissuren, schmerzhafte kleine Einrisse der Haut- oder Schleimhaut des Afters also. Unterschiedlich stark ausgeprägte Hämorrhoiden waren das Problem der anderen Patienten. Alle bekamen die gleiche Menge Creme und die Anweisung, jeden Abend eine nussgroße Menge auf die Haut um den Anus aufzutragen.

Die geprüfte Creme bestand zu gleichen Mengen aus Honig, Olivenöl und Bienenwachs. Um das gleiche Volumen zu erhalten, muss man allerdings das unterschiedliche spezifische Gewicht der Einzelstoffe berücksichtigen. Für die Creme aus identischen Mengen von Bienenwachs, Olivenöl und Honig herzustellen, mixten die amerikanischen Wissenschaftler deshalb 50% Honig mit 29% Olivenöl und 21% Bienenwachs. Es wurde ein dunkelgelber Honig aus verschiedenen Blüten benutzt, bei dem Olivenöl handelte es sich um kaltgepresstes natives Öl.

Um die Wirksamkeit dieser Maßnahme richtig beurteilen zu können, wurden Blutungen, Juckreiz, Schwellungen und Rötungen dokumentiert.

Ergebnisse mit Honig, Öl und Bienenwachs

Die Hämorrhoiden-Patienten hatten nach einer Woche schon deutlich weniger Schmerzen. Nach drei Wochen waren alle schmerzfrei.

Die Blutungen aus dem Enddarm hörten bei fast allen Patienten vollständig auf. Nach vier Wochen hatten nur zwei Studienteilnehmer noch leichte Blutungen. Diese beiden Patienten hatten in der Eingangsuntersuchung besonders starke Blutungen gehabt.

Nach den ersten zwei Wochen Behandlung war der Juckreiz bei allen Patienten verschwunden.

Auch die drei Patienten, bei denen anfangs Rötungen und Schwellungen im Analbereich dokumentiert worden waren, verloren diese Beschwerden in den ersten beiden Wochen.

Ein weiteres Problem ist das Heraustreten der Hämorrhoiden aus dem Enddarm nach außen, wenn beim Stuhlgang nach gepresst wird. Nach drei Behandlungswochen trat auch dieses Problem bei keinem der Patienten mehr auf.

Am deutlichsten zeigte sich der Vorteil der Behandlung mit Honig, Olivenöl und Bienenwachs wohl bei zwei Patienten, deren drittgradige Hämorrhoiden eigentlich operiert werden sollten. Bei ihnen waren die Verbesserungen innerhalb von 4 Wochen so deutlich, dass die Operation abgeblasen werden konnte.

Übliche Behandlung von Hämorrhoiden

Je nach Stadium der Erkrankung und abhängig von den individuellen Beschwerden des Patienten werden Hämorrhoiden normalerweise unterschiedlich behandelt.

Zu den nicht-operativen Verfahren gehört die so genannte Sklerosierung, die Verödung der Hämorrhoiden per Spritze. Dieses Verfahren ist allerdings nur bei leichteren Erkrankungen (Grad I und II) möglich, Rezidive sind nicht selten. Eine Alternative dazu ist die Ligaturtherapie, eine Abbindebehandlung mit Gummiringen.

Proktologen setzen nicht viel Hoffnung in die Therapie mit Salben oder Analtampons: Häufig ist zu lesen, dass Salben, Analtampons und Zäpfchen die Beschwerden vorübergehend lindern, vergrößerte Hämorrhoiden aber keinesfalls verkleinern können. In den Stadien III und IV wird in der Regel zu einer Operation geraten.

Verglichen mit diesen Methoden fällt es wohl den meisten Betroffenen leicht, einen Versuch mit Honig, Olivenöl und Bienenwachs zu machen.

Wie entstehen Hämorrhoiden eigentlich?

Eigentlich hat jeder gesunde Mensch Hämorrhoiden, Blutgefäße im Analkanal nämlich. Zusammen mit den Nerven im Bereich des Anus und dem Schließmuskel sorgen sie dafür, dass der Darmausgang „dicht“ hält. Erst wenn sich dieses Geflecht von Blutgefäßen zu einer Art Polster vergrößert, spricht man von Hämorrhoiden.

Oder besser gesagt: Fast niemand spricht über dieses Thema, obwohl geschätzte 25 Millionen Menschen in Deutschland mit diesem Problem zu tun haben. Es fällt den meisten Betroffenen wohl einfach zu schwer, über die Angst vor Hämorrhoiden, über Blut am Toilettenpapier, über analen Juckreiz oder Fremdkörpergefühl im Enddarm zu sprechen. Leider hat dieses schamhafte Verschweigen echte Nachteile: Die Beschwerden verschwinden nicht, sondern können im Gegenteil noch schlimmer werden.

Selbstbehandlung mit Honig, Öl und Wachs?

Einerseits sprechen die Ergebnisse der kleinen Studie dafür, einfach mal einen Selbstversuch zu machen. Andererseits muss man daran erinnern, dass die Studienteilnehmer vor der Behandlung immerhin ärztlich untersucht und diagnostiziert wurden. Symptome wie Schmerzen oder Blutungen aus dem Darm können auch andere – ernstere – Ursachen haben, die möglicherweise schnell behandelt werden müssen. Wer wochenlang Salben einsetzt, könnte dadurch vielleicht wertvolle Zeit verlieren. Aber was spricht dagegen, zuerst zum Arzt zu gehen, sich die Diagnose ‚Hämorrhoiden’ bestätigen zu lassen – und dann einen Therapieversuch mit Honig, Bienenwachs und Olivenöl zu starten?

(RAu)

[1] Noori S. Al-Waili, Khelod S. Saloom, Thia N. Al-Waili, and Ali N. Al-Waili, “The Safety and Efficacy of a Mixture of Honey, Olive Oil, and Beeswax for the Management of Hemorrhoids and Anal Fissure: A Pilot Study,” TheScientificWorldJOURNAL, vol. 6, pp. 1998-2005, 2006. doi:10.1100/tsw.2006.333

 

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