Propolis für einen gesunden Mund

Propolis Fredel
Heilpraktiker und Zahntechniker Herr Fredel

Heilpraktiker Gerhard Fredel ist außerdem auch Zahntechniker, sodass sein Blick in den Mund eines Patienten ihm einiges über dessen Gesundheitszustand verrät. Bei vielen Problemen empfiehlt er Propolis und berichtet Ruth Auschra von ungewöhnlichen Erfolgen.

Herr Fredel, Heilpraktiker haben im Mund eines Patienten eigentlich nichts zu suchen, das ist Sache des Zahnarztes…

Fredel: Das stimmt nicht ganz. Ich kann und darf nicht an den Zähnen arbeiten. Aber wenn ein Patient zum Beispiel einen Lippenherpes hat, der auch den Mundraum betrifft, dann darf ich ihn durchaus behandeln. Oder nehmen Sie eine Parodontitis. Die hat ja nicht nur lokal mit dem Zahnhalteapparat zu tun, sondern ist eigentlich Ausdruck einer Immunschwäche des gesamten Organismus. Den kranken Menschen mit seinem Immunsystem kann und darf ich behandeln.

Ah, verstehe. Sie haben Erfahrungen mit Propolis im Mundbereich, oder?

Fredel: Ja, das kann man so sagen. Erfahrungen einerseits, andererseits gibt es auch sehr viele Studien, die ich gelesen habe. Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass Zahnpflegeprodukte mit Propolis auch für gesunde Menschen Sinn machen. Am besten ist es, langfristig eine gute Propolis-Zahncreme anzuwenden. Propolis desinfiziert und sorgt gleichzeitig dafür, dass die guten Bakterien im Mund nicht geschwächt werden. Bei der Auswahl einer Zahncreme sollte man darauf achten, dass die Körnung des enthaltenen Schleifmittels nicht zu groß ist, sonst macht man die Zähne kaputt.

Propolis eignet sich also zur Vorsorge. Und bei welchen Beschwerden kann man Propolis im Mundbereich anwenden?

Fredel: Häufig sehe ich Prothesenträger, die schmerzhafte Druckstellen haben, weil die Prothese scheuert. Das können sehr alte Patienten mit Totalprothesen sein oder auch jüngere mit Teilprothesen. Ein Propolis-Gel heilt und desinfiziert in solchen Fällen. Es ist einfach anzuwenden und hilft zuverlässig. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, kommt es manchmal zu Candida-Infektionen. Candida ist ein Hefepilz, der immer im Körper vorkommt. Aber wenn das Immunsystem runtergefahren wird, zum Beispiel im Alter oder nach Krankheiten, dann kann es sein, dass sich die Candida ausbreitet. Vom Mund bis zum After. Die Schulmedizin behandelt in solchen Fällen mit Nystatin, wir setzen Propolis ein. Im Mund helfen Spülungen, Creme oder ein Gel mit Propolis. Ganz hartgesottene Menschen nehmen Propolistinktur aus einer Flasche mit Sprühkopf und geben sie direkt auf die befallenen Stellen im Mund. Das brennt wegen dem enthaltenen Alkohol, aber dann verdampft der Alkohol und die anästhesierende Wirkung von Propolis setzt ein. Manche Männer stehen auf diese Hardcorebehandlung! Aber Propolistinktur enthält 70 Prozent Alkohol, das muss man bedenken.

Sie hatten vorhin schon kurz die Parodontitis erwähnt…

Fredel: Ja, das ist auch ein häufiges Problem in der Zahnmedizin. Die Parodontitis oder Parodontose ist eine bakteriell verursachte Entzündung, bei der Teile des Zahnhalteapparates zerstört werden. Das heißt Zahnverlust! Am besten ist es also, eine Parodontitis zu verhindern oder möglichst früh zu behandeln. Es gibt viele Ursachen. Der Körper besitzt ja eigentlich Mechanismen, mit denen er die krankhaften Bakterien im Mund unschädlich machen kann. Bei der Parodontitis nehmen schädliche Bakterien – aus welchem Grund auch immer – überhand und schädigen durch ihre Abfallprodukte das Zahnfleisch. Um sie zu bekämpfen, nimmt die Schulmedizin Chlorhexidin, was ich persönlich nicht so gut finde.

Warum?

Fredel: Wenn Chlorhexidin über das Abwasser in Flüsse oder andere Gewässer gelangt, kann es Fische und andere Wasserorganismen gefährden. Das ist die eine Seite. Andererseits wird Propolis immer vorgeworfen, dass es Allergien erzeugen kann. Was viele Menschen nicht wissen: Chlorhexidin sorgt ebenso häufig für Allergien, außerdem bilden sich Resistenzen. Und Propolis ist ebenso gut antibakteriell wirksam wie Chlorhexidin. Im Gegensatz zu Chlorhexidin bekommt man von Propolis nicht die typischen Nebenwirkungen wie Geschmacksstörungen oder braune Beläge auf den Zähnen. Sogar Zahnfleischbluten und eine verzögerte Wundheilung wird unter Chlorhexidin beobachtet.

Aber die Allergien unter Propolis sind auch ein Problem.

Fredel: Das Potenzial für Allergien ist wie gesagt bei beiden Substanzen vorhanden. In Büchern wird jeweils ein Risiko von 1 Prozent angegeben. Aber wer auf europäisches Propolis allergisch reagiert, der verträgt vielleicht brasilianisches Propolis. Der Bienenkitt besteht ja aus vielen Einzelsubstanzen. Europäisches Propolis stammt meistens von Pappeln. Die südamerikanischen Propolis-Arten stammen von ganz anderen Bäumen und besitzen deshalb auch nicht das Allergen von den Pappeln.

Wie ist es mit Kindern, kann man denen auch Propolis geben?

Fredel: Kinder, da fällt mir sofort Herpes ein. Die Durchseuchung mit Herpesviren beträgt bei uns ja fast 100 Prozent. Manche Menschen müssen ein schmutziges Glas nur angucken und bekommen ein Lippenbläschen. Die Erstinfektion findet bei Kindern meistens im Alter von etwa zwölf Monaten statt. Eine Herpes-Stomatitis ist eine ernste Sache! Kindern ab sechs Monaten kann man gut Mundwasser geben, zum Beispiel mit einem Wattebausch. Etwas älteren Kindern, so ab zwölf Monaten, kann man auch eine Propolis-Honig-Lösung geben. Erwachsene merken ja oft, wenn sie ein Lippenbläschen bekommen. Wenn man sofort Propolis mit dem Wattestäbchen auf die Stelle tupft, entstehen erst gar keine Bläschen oder sie bleiben kleiner. Die Aminosäure L-Lysin wirkt übrigens auch sehr gut gegen Herpes.

Noch eine Frage zur Propolis-Qualität

Fredel: Wichtiges Thema! Es gibt sehr unterschiedliche Qualitäten auf dem Markt. Eine gute Qualität ist standardisiert auf 30 Prozent Bioflavonoide. Auch Studien werden mit dieser Art von Propolis-Tinktur durchgeführt. Anders sieht es leider manchmal aus, wenn sie Propolis beim Imker kaufen. Der mischt vielleicht 300 g Propolis mit einem Liter 70-prozentigem Alkohol und lässt die Flasche 3-4 Wochen stehen. Um Verunreinigungen zu entfernen, gießt er den Inhalt der Flasche vielleicht noch durch einen Kaffeefilter – fertig. Die Propolis-Konzentration von solchen Produkten ist meistens zu gering. Außerdem sind Wachsreste und andere Verunreinigungen enthalten. Man sollte immer darauf achten, was in so einer Flasche drin ist, sonst kauft man Schnaps.

Herr Fredel, das waren viele tolle Informationen. Danke!

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