Winterbienen leben länger

Winterbienen im Herbst
Winterbienen im Herbst

Jede einzelne Biene im Bienenvolk weiß auf wundersame Art und Weise, was sie zu welchem Zeitpunkt ihres Lebens tun muss und welcher Platz der für sie richtige ist. Das perfekte Zusammenspiel von vielen Tausend Individuen machen die Existenz und die fortwährende Erneuerung eines Volkes möglich. Je nach klimatischen Bedingungen kommen ab August oder September die Winterbienen zur Welt. Diese haben ein relativ langes Leben von fast einem halben Jahr. Die im Frühling und Frühsommer geschlüpften Artgenossinnen haben eine relativ begrenzte Lebenserwartung von nur ca. sechs Wochen. Im Spätsommer findet dann auch die Drohnenschlacht statt. Die männlichen Bienen werden nicht mehr benötigt, im Winter würden sie wertvolle Nahrung verbrauchen. So werden sie aus dem Stock vertrieben oder nicht mehr eingelassen.

Während die Arbeitsbienen im Frühjahr und Sommer ein äußerst arbeitsreiches Leben haben, futtern sich die Winterbienen ein Fettdepot an, sie sind auch nicht so fleißig. Ihre Aufgabe ist es, die Königin im Winter warm zu halten, damit diese die kalte Jahreszeit gut übersteht. Die Winterbienen bilden eine sogenannte Wintertraube, die aus etwa 10.000 bis 15.000 Bienen besteht. Sie knubbeln sich zusammen, damit es kuschelig warm wird. Selbstverständlich nehmen sie ihre Königin in die Mitte und schützen sie mit ihren Körpern. Wärme wird durch die Vibration der Flugmuskeln erzeugt. Die außen an der Traube sitzenden Bienen wechseln sich dabei immer ab, ganz langsam wandern sie in innen liegende Schichten und umgekehrt. Ist keine Brut mehr im Volk, so reicht eine Temperatur von ca. 20 °C aus. Ist noch oder schon wieder Brut vorhanden, so muss die Temperatur auf 35 °C angeheizt werden, damit sich die Brut entwickeln kann. Entsprechend der notwendigen Temperatur ist auch die Futtermenge, die in dieser Zeit vom eingelagerten Vorrat verbraucht wird, größer oder kleiner.

Die Königin stoppt ihre Legetätigkeit mit einsetzendem Frost. Sich als Imker dieses Datum zu notieren ist für die Varroabekämpfung sehr wichtig. Drei Wochen nach dem ersten Frost sind alle Maden geschlüpft, das sind meist nicht mehr sehr viele. Jetzt kann der Imker die Winterbehandlung mit Oxalsäure durchführen. Diese Maßnahme ist notwendig, weil mit den Bienen auch die Varroamilben, die sich in der Brut vermehren, geschlüpft sind. Es ist der einzige Zeitpunkt, wo sich die Milben unverdeckelt im Volk aufhalten und auf „einen Streich“ bekämpft werden können.

Wenn dann die Tage wieder etwas länger werden, die Sonne schon ein wenig mehr Kraft bekommt, dann geht die Bienenkönigin wieder vorsichtig an ihre Aufgabe, das Eierlegen. Gut, dass die Winterbienen noch nicht so abgeschafft sind, denn sie pflegen die Bienenlarven und ziehen sie auf. Der Kreislauf schließt sich, wenn nach und nach die Winterbienen sterben und durch die Jungbienen ersetzt werden.

Bild Andreas Kappl

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